Uncharted 4: A Thief’s End im Test – Auf dieses Spiel haben wir gewartet!

Endlich ist der 10. Mai 2016 gekommen! Nicht weil ich Urlaub habe, sondern weil endlich Uncharted 4: A Thief’s End auf den Markt gekommen ist! Auf dieses Spiel freue mich schon seit der Ankündigung und ehrlich gesagt, konnte ich es kaum erwarten die Disc einzulegen und mit Nathan Drake auf Abenteuerjagd zu gehen! Waren meine Ambitionen an Uncharted zu hoch? Ohne jetzt zu übertreiben, nein. Definitiv nicht. Warum, das entnehmt ihr auf den nächsten Zeilen!

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Zum letzten Mal auf Abenteuerjagd mit Nathan Drake
Normalerweise fange ich bei einem Testbericht nicht mit einem „negativen“ Punkt an, doch bei Uncharted 4: A Thief’s End muss ich das zwangsläufig tun. Ich bin nun schon seit dem ersten Teil von Uncharted ein treuer Fan der Reihe und jeder Titel hat mich auf seine Weise gepackt. Mit Uncharted 4: A Thief’s End endet unser Weg abrupt. Nicht weil ich das so gewollt habe, sondern weil es Naughty Dog (oder doch eher Sony?) so will. Uncharted 4: A Thief’s End stellt den letzten Teil der grandiosen Reihe um den sympathischen Schatzjäger Nathan Drake dar. Ja, da kommt schon ein wenig Wehmut bei mir auf.

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Nathan Drake in Rente, oder doch nicht ganz?
Nathan Drake führt mit seiner Frau Elena Fischer ein gemütliches Leben. Als professioneller Taucher verdient sich Nathan seine Brötchen zusammen. Ganz so glücklich scheint Nathan bei seiner Aufgabe nicht zu sein. Aber die Schatzsuche hat sich finanziell offensichtlich nicht ganz so gelohnt, obwohl er unbestritten viele Erfolge über die letzten Jahre erzielen konnte. Das gemütliche Leben wird komplett auf den Kopf gestellt, als plötzlich sein totgeglaubte Bruder Sam Drake auf der Matte steht. Sam hat die letzten 15 Jahre (!) im Knast verbracht, oder nennen wir es in einem „Loch“ in Panama. Ohne Hilfe eines dubiosen Drogenbarons würde Sam auch noch weiterhin in diesem Loch verbringen.

Ab hier könnte es ein paar Spoiler enthalten! Weiterlesen auf eigene Gefahr! Und jetzt wird es langsam aber sicher spannend. Der Drogenbaron hat Sam nicht einfach aus „goodwill“ aus dem Knast geholt, sondern will jetzt dafür eine Gegenleistung von ihm. Und ja, diese hat es in sich! Als Gegenleistung verlangt der Drogenbaron von Sam die Hälfte eines verschollenen Schatzes vom Piratenkapitän Henry Avery. Wo sich dieser befindet, davon hat Sam keinen blassen Schimmer. Logisch, will er seinen Bruder um Hilfe bei der Suche bitten. Doch die Uhr tickt! Sam hat genau drei Monate Zeit um den Schatz zu finden und die Hälfte des Schatzes dem Drogenbaron abzugeben. Nathan bleibt nichts anderes übrig als Sam zu helfen. Doch der Schatz wird nicht nur von ihnen zwei gesucht, auch die Söldner einer Privatarmee sind hinter dem Schatz her. Mit diesen Herren ist definitiv nicht zu spaßen und sie scheinen vor nichts Halt zu machen.

Neben Sam, der sein Debüt in Uncharted 4: A Thief’s End feiert, ist auch wieder Nathan’s Kumpel Sully mit von der Partie. Mehr möchte ich nicht zur Story von Uncharted 4: A Thief’s End verraten, doch so viel sei noch gesagt: Uncharted 4 bietet eine packende Story, mit tollen Charaktere und vielen unerwarteten, aber glaubwürdigen Wendungen. Wem die bisherigen Uncharted-Ableger gefallen haben, der wird sich in Uncharted 4 pudelwohl fühlen – versprochen!

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Was bietet Uncharted 4: A Thief’s End?
Nicht nur bei der Story werden sich Uncharted-Fans pudelwohl fühlen, auch was das Gameplay angeht gibt es keine unliebsamen Überraschungen. Weiterhin dürfen wir mit Nathan waghalsige Klippen bezwingen, diverse (mehr oder weniger) einfache Rätsel lösen oder unsere Gegner mit dem Schiesseisen im Schach halten. Positiv hervorheben möchte ich die Verbesserung beim Klettern. Nath klettert spürbar besser und irgendwie einfach „smoother“ die Klippen hoch. Weiterhin kann sich Nath mit gewagten Sprüngen in Deckung bringen, dies ist dann ratsam, wenn urplötzlich aus dem Nichts eine Horde an Söldner auftaucht.

Die Flucht über die Dächer eines Gefängnisses macht einfach Spass und verläuft richtig flüssig ab. Im Vergleich zu Assassin’s Creed machen die Jungs und Mädels bei Naughty Dog definitiv den besseren Job. Schiessereien und in Deckung gehen, klappt hervorragend. In den Einstellungen könnt ihr entscheiden, ob die Gegner automatisch ins Visier genommen werden oder eben nicht. Das dürfte vor allem für Anfänger den Einstieg in die Welt von Uncharted erleichtern. Einziger Wehrmutstropfen: Gefühlsmässig hat es in Uncharted 4: A Thief’s End etwas weniger Gegner, die wir aus dem Weg räumen können.

Wer sich voll und ganz auf das Schiesseisen konzentriert, dürfte früher oder später ein Problem haben. Teilweise sind die Gegner haushoch überlegen, was für uns heisst, wir müssen vor dem Angriff überlegt vorgehen. Hier empfiehlt sich in den „Stealth-Modus“ zu wechseln. Nathan kann sich in den verschiedenen Levels ganz gut verstecken und so ganz leise an die Gegner heranschleichen. Vorteil: Es wird nicht gleich die ganze Horde aufgeschreckt und wir können einen nach dem anderen ausschalten, sowie deren Leichen verstecken. Dennoch lässt uns Naughty Dog die Entscheidungsfreiheit offen, ob wir nun schleichen oder wie ein Irrer losballern.

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Und wie sieht es mit der KI aus? Die KI-Gegner verhalten sich in der Regel recht schlau, was nicht unbedingt ein Vorteil für uns ist. Zudem sind wir mit Nathan Drake nur selten alleine unterwegs, meistens haben wir einen KI-Begleiter an der Seite. Ich habe nun schon etliche Games mit KI-Begleiter gespielt und da hab ich mich ab und zu stark, ab meinem Begleiter genervt. Entweder stellt sich der Begleiter dämlich in meine Schusslinie oder handelt sonst irgendwie total unüberlegt. Nicht so in Uncharted! Überraschenderweise überzeugt der KI-Begleiter mit geschickten Aktionen und unterstützt uns so entsprechend gut in hitzigen Situationen.

Als neues Element ist das Kletterseil dazugekommen. Dieses lässt sich recht vielfältig einsetzen, beispielsweise als Kletterhilfe oder fürs Schwingen über schwindelerregende Abgründe. Wo das Seil angebracht wird, wird uns mit einem entsprechenden Symbol angezeigt. Meistens sind dies irgendwelche Balken die herausragen. Das klappt hervorragend! Auch erhalten wir somit die Möglichkeiten Städte oder Klippen aus einer ganz anderen Sichtweise zu entdecken. Ja, teilweise wurde es mir vor dem TV richtig schwindlig, aufgrund der enormen Höhe die perfekt inszeniert wird.

In Uncharted 4: A Thief’s End gibt es diverse Missionen, wo wir uns mit einem Fahrzeug fortbewegen können. Wir können beispielsweise mit einem Jeep durch die wunderschöne Savanne von Madagaskar fahren. Hier dürfte die Fahrzeug-Steuerung etwas besser sein, für meinen Geschmack ist sie etwas zu „schwammig“.

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Mehr Bewegungsfreiheiten, dank offeneren Levels
Die Uncharted-Reihe war noch nie ein Open-World-Titel und will es auch mit Uncharted 4: A Thief’s End nicht werden – und das ist auch gut so. Aber in Uncharted 4 bietet Naugty Dog erstmals auch deutlich offenere Levels. Die verschiedenen Levels sind grosszügig bemessen, so dass man teilweise ein bisschen das Gefühl bekommt, man kann sich effektiv komplett frei bewegen. Letztendlich müssen wir aber dennoch einen bestimmten Punkt erreichen, damit wir in der Story weiterkommen. Die offeneren Levels haben aber auch einen negativen Einfluss auf den Spielfluss. Durch die grossen Levels fühlt sich Uncharted 4: A Thief’s End etwas langsamer an als noch bei den Vorgängern.

Die Minischätze aus den Vorgängern sind ebenfalls wieder mit von der Partie und aufgrund der grösseren Levels, sind die auch nicht mehr ganz so einfach zu finden. Es lohnt sich auf jeden Fall die Umgebung näher zu durchforsten, sofern ihr nicht nur den Hauptteil der Story abschliessen möchtet. Und wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich beispielsweise eine Komplettlösung zu Uncharted 4: A Thief’s End näher anschauen – hab ich ebenfalls so gemacht, aber nicht weiter sagen. 😉

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Wunderschöne Locations
Bei den gewählten Locations verwöhnt uns Naughty Dog einmal mehr! Wir reisen mit Sam und Nath unter anderem durch Italien, Schottland und in den dichten Dschungel Afrikas. Die Umsetzung kann dabei vollends überzeugen! Ich würde sagen, dass Uncharted 4: A Thief’s End derzeit das meiste aus der PlayStation 4 herausholt. Die Vegetation sieht sehr vielfältig aus und die Texturen, sowie die Lichteffekte setzen neue Massstäbe. Die Charaktere wirken nicht einfach leblos, sondern protzen nur so vor Lebensenergie. Sie bewegen sich wie Menschen und zeigen in ihren Gesichtern beängstigend realistische Gefühle. Ehrlich gesagt hab ich noch nie ein Konsolen-Spiel gesehen, das mit einer solch prächtigen Grafik zu überzeugen vermag. Teilweise sehen die verschiedenen Orte schon fast fotorealistisch aus – fast, noch nicht ganz.

Die per Motion-Capturing-Verfahren aufgenommene Zwischensequenzen könnten direkt von einem Hollywood-Blockbuster stammen. Man klickt die Zwischensequenzen nicht einfach weg, sie sind schlichtweg zu gut umgesetzt. Auch was die Synchronsprecher angeht, hat Naughty Dog die richtige Wahl getroffen – sie können auf ganzer Linie überzeugen.

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Multiplayer-Modus
Uncharted 4: A Thief’s End bietet ebenfalls einen Multiplayer-Modus, der über die nächsten Monate mit vielen neuen Features und Inhalten aufgewertet wird. Der Multiplayer-Modus läuft im Gegensatz zum Hauptspiel nicht mit 1080p bei 30 fps, sondern „nur“ mit 900p, dafür aber mit stabilen 60 fps. Durch die 60 fps ist die Reaktionszeit deutlich besser und die Multiplayer-Schlacht verläuft flüssig ab. Der Multiplayer-Part unterstützt aktuell nur maximal 10 Spieler.

Im Multiplayer-Modus könnt ihr In-Game-Geld dazu verdienen, dieses Geld kann danach gegen bessere Waffen, neue Fähigkeiten oder sogar KI-Begleiter eingetauscht werden. All diese Inhalte können ebenfalls mit Mikrotransaktionen (kostenpflichtig) gekauft werden, sofern ihr keine Lust habt In-Game-Geld mit gewonnen Aktionen zu verdienen. Somit kommt ihr natürlich viel schneller zur gewünschten Waffe oder Fähigkeit.
Der Multiplayer-Modus ist meiner Meinung nach ein „Nice-to-Have“, aber für mich nicht zwingend nötig. Ehrlich gesagt muss ich auch eingestehen, dass ich schon bessere Multiplayer-Titel gespielt habe. Es wird sich zeigen, mit welchen neuen Features Naughty Dog den Multiplayer-Modus aufwerten wird. Verbesserungspotenzial ist auf jeden Fall noch vorhanden.

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Fazit
Ein letztes Mal (ist es das wirklich?) durften wir während knapp 20 Stunden auf Abenteuerjagd mit Nathan Drake gehen. Es hat einmal mehr grossen Spass gemacht! Uncharted 4: A Thief’s End ist ein absolut gelungener Abschluss der Reihe, alle bewährten Uncharted-Features sind auch im vierten Teil zu finden. Bei der Grafik liefert Naughty Dog ein Meisterwerk ab – einfach WOW! Sie zeigen wieder einmal was aus der PlayStation 4 herausgeholt werden kann.

Und wo gibt es Verbesserungspotenzial? Ganz klar noch beim Multiplayer-Modus, doch dieser wird ja in den nächsten Monaten noch mit neuen Inhalten und Features gefüttert.

Wertung

Gameplay - 90%
Story - 100%
Grafik - 95%
Sound - 100%
Umfang - 90%

95%

Uncharted 4: A Thief’s End ist ohne Wenn und Aber das aktuell beste Action-Adventure das es für PlayStation 4 gibt.

User Rating: 4.91 ( 4 votes)

Über Bruno Rivas

Gründer von PS3Blog.ch. Seit Jahren begeisterter und leidenschaftlicher Gamer. Spielt vorwiegend Sport-, Racing- und Shooter-Games. Du findest mich auch auf Google+, Facebook und Twitter

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