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Need for Speed für PS4 im Test

Electronic Arts und Ghost Games möchten mit dem Reboot von Need for Speed alles richtig machen und an die guten alten Zeit der Underground-Reihe anknüpfen. Dazu gehören natürlich auch wieder eine (hoffentlich) packende Story aus der Strassenrenner-Szene und die Möglichkeit eure Fahrzeuge nach Belieben zu tunen. Ob der Reboot bzw. der Neustart tatsächlich gelingt, sagen wir euch in unserem ausführlichen Testbericht zu Need for Speed!

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Need for Speed Reboot = Underground 3?
Eigentlich kann man es nicht abstreiten, der Reboot von Need for Speed könnte man auch gleich Need for Speed: Underground 3 nennen. Die Entwickler von Ghost Games haben sich stark an den „alten“ Underground-Ablegern orientiert, was ja eigentlich kein schlechter Ansatz ist. Die Underground-Reihe bleibt bei vielen Fans in guter Erinnerung und viele haben sich einen Nachfolger gewünscht – diesen haben wir nun erhalten.

In der fiktiven Spielwelt Ventura Bay können wir uns ausschliesslich bei Nacht nach Lust und Laune austoben. Als Vorbild für Ventura Bay diente übrigens die US-Metropole Los Angeles, wer schon mal da war, wird dies auch sofort bemerken. In Ventura Bay könnt ihr bzw. solltet ihr jeden Winkel entdecken, fast überall, auch in Hinterhöfen, gibt es ein paar Extras die euch im Spiel weiterbringen. Neben schnurgeraden Autobahnen – pardon – Highways, gibt es zahlreiche haarsträubende Kurven und etwas ausserhalb der Stadt auch passähnliche Abschnitte. Dennoch wirkt die Stadt phasenweise recht ideenlos und leblos gestaltet.

Kommen wir zur Story, sofern man diese so nennen kann. Als „No Name“ starten wir im Spiel und müssen uns mit Siegen und spektakulären Aktionen nach oben arbeiten. Die Story wird mit vielen Zwischensequenzen erzählt, die allesamt mit echten Schauspielern gedreht wurden. Die Zwischensequenzen wurden dabei stimmig umgesetzt, wobei die Schauspieler definitiv keinen Oscar verdient haben. Schade nur, bietet die Story inhaltlich so wenig. Das Spiel bietet weder Bösewichte, noch interessante Wendungen. Auch unsere Clique im Spiel ist, sagen wir einmal, recht Gewöhnungsbedürftig und man weiss nicht wirklich, weshalb die Clique befreundet ist. Ja, die Story lässt viele Fragen offen und konnte uns leider ganz und gar nicht überzeugen. Hier hätte man mehr herausholen können, nein, man hätte mehr herausholen müssen! Die fünf Autosüchtigen versuchen ihren echten Vorbildern nachzueifern, wie Ken Block zum Beispiel.

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Sprint-Duelle, Drift-Events und mehr!
Need for Speed bietet euch verschiedene Möglichkeiten um an Geld und Punkte zu kommen, die in neue Fahrzeuge und Tuningteile investiert werden können. Neben den klassischen Wettbewerben Platzierungsrennen, Zeitfahren und Sprint-Duelle gegen einen Herausforderer, gibt es auch Drift-, Tuning- und Team-Events. Bei den Tuning-Events könnt ihr nur mit aufgemotzten Fahrzeugen teilnehmen, bei den Team-Events nimmt die gesamte Clique von euch teil. Je besser ihr euch bei diesen Events platziert, umso mehr Geld und Punkte verdient ihr. Darüber hinaus gibt es auch noch Punkte für spezielle Fahrmanöver, wie im Windschatten fahren oder fehlerfreie Abschnitte bewältigen. Die zahlreichen Events werden euch auf Knopfdruck auf der Karte angezeigt. Wird ein Event auf der Karte ausgewählt, werdet ihr direkt dorthin navigiert. Das macht durchaus Sinn, schliesslich handelt es sich bei Ventura Bay um eine recht grosse Spielwelt.

In Need for Speed darf die Polizei nicht fehlen, das gehört einfach zu dieser Reihe dazu. Und wir werden im Reboot nicht enttäuscht: Natürlich ist die Polizei auch in Ventura Bay vor Ort. Seid ihr zu schnell unterwegs, so werdet ihr mit der Polizei Bekanntschaft machen. Ihr habt dann zwei Optionen: Rechts anhalten und eine saftige Busse bezahlen, oder aufs Gaspedal drücken und der Polizei versuchen zu entkommen. Entkommt ihr der Polizei, so dürft ihr euch auf Punkte freuen, werdet ihr geschnappt, so wird euer Portemonnaie/Geldbeutel erleichtert. Ein Tipp am Rande: Die Polizei in Need for Speed verhält sich recht zurückhaltend, ihr müsst euch schon recht doof anstellen, dass ihr letztendlich gefasst werdet. Daher, fahrt nicht rechts ran. Die Polizei selber, könnt ihr im Gegensatz zu anderen Need for Speed-Ablegern im Reboot leider nicht spielen.

Der Gummibandeffekt kommt in Need for Speed für unseren Geschmack zu stark zu tragen. Heisst, die Fahrer passen sich zu stark an unser Renntempo an. Ihr könnt also ein mehr oder weniger fehlerfreies Rennen an den Tag legen und einen grossen Vorsprung auf den 2. platzierten haben, ein kleiner Fehler am Schluss reicht aus, um vom ersten Platz auf den letzten Platz durchgereicht zu werden. Das kann recht ärgerlich sein. Ausserdem hatten wir teilweise das Gefühl, dass die KI-Gegner deutlich mehr Pferdestärken unter der Haube hatten als wir. Apropos Fehler: Im Spiel werden wir nicht vor scharfen Kurven gewarnt, ein kleiner Hinweis auf eine solche Kurve wäre hier und da von Vorteil gewesen. Ein weiterer Punkt der uns phasenweise verzweifelt hat, ist der Spielmodus Drifttrain. In diesem Modus geht es darum, möglichst ohne Fehler in der Gruppe zu driften. Wenn ihr alleine driften wollt, gibt es in diesem Modus keine Punkte. Nur blöde, dass unsere KI-Gegner in diesem Modus immer wieder von der Strecke befördern möchten und wir so nur schwierig Punkte sammeln können.

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Zeitvertrieb in der Garage
Need for Speed bietet umfassende Möglichkeiten um euer Fahrzeug optisch, aber auch leistungstechnisch zu tunen. Wer sich mit dieser Materie gerne auseinandersetzt, wird an Need for Speed Gefallen finden. Das Fahrverhalten kann beispielsweise in den Kategorien Reifendruck, Lenkeinschlag, Bremskraft, Fahrwerkhöhe und Differential angepasst werden. Diese Anpassungen wirken sich dann auch auf das Fahrzeug aus. Man kann sich gut und gerne mehrere Stunden damit  befassen. Wer sich in dieser Materie nicht wohl fühlt, kann aber auch ganz einfach auswählen, was man nun lieber hat – ein schnelles Auto, ein Auto das gut driften kann usw. Eine sinnvolle Neuerung! Dennoch will Need for Speed ein Arcade-Racer sein, was man auch schnell bemerkt.

Obwohl Need for Speed rund 50 Fahrzeuge bietet, können wir maximal fünf Fahrzeuge in unserer Garage unterbringen. Im Gegensatz zu Gran Turismo kommt es in Need for Speed nicht darauf an, alle Fahrzeuge freizuschalten, sondern sich auf maximal fünf Fahrzeuge zu konzentrieren und diese soweit wie möglich zu tunen. Im Verlaufe des Spiels kann dies schon nerven, vor allem wenn das Spiel nach gut 15 Stunden durchgespielt wurde. Immerhin lassen sich die Fahrzeuge gegen gutes Geld verkaufen, womit ihr dann ein Neues in euer Garage stellen könnt.

Zu Beginn stehen noch nicht alle Tuningoptionen zur Auswahl, die muss man sich erst im Verlaufe des Spiels freischalten. Insgesamt bietet Need for Speed 50 Reputationsränge, je höher euer Rang, umso mehr Tuningteile werden freigeschaltet. Punkte dafür könnt ihr bei den Rennveranstaltungen „gewinnen“ oder bei speziellen Events wie das abhängen der Cops. Fahrzeuge müsst ihr dann mit der virtuellen Währung kaufen, diese könnt ihr mit Siegen im Spiel sammeln. Schade, dass bei vor allem teureren Fahrzeuge wenige optische Anpassungen vorgenommen werden können.

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Internetverbindung wird vorausgesetzt
Um Need for Speed spielen zu können, wird eine aktive Internetverbindung vorausgesetzt. Zwar bietet Need for Speed einen Multiplayer-Part namens AllDrive, doch so ganz rechtfertigt dies die aktive Internetverbindung nicht. Weshalb? In Ventura Bay begegnen uns ab und zu andere Spieler, damit man aber gegen diese antreten kann, muss man sich zuerst für ein Event entscheiden und gemeinsam dorthin fahren– was nicht immer einfach ist. Ausserdem nervt es abgründig, wenn uns während einem Rennen plötzlich ein „echter“ Gegner entgegen fährt.

Wenn ihr mit euren Kollegen in Ventura Bay unterwegs sein möchtet, könnt ihr euch zu einer Crew mit bis zu acht Personen zusammenschliessen. Die Kampagne kann dann auch im Koop-Modus gespielt werden.

Grafik und Soundtrack
Auf der PlayStation 4 macht die Grafik einen soliden Eindruck und das Spiel läuft soweit auch flüssig. Hier und da hätten wir uns zwar eine etwas lebensfrohere Stadt gewünscht, aber alles in allem kann man den Entwicklern keinen Vorwurf machen. Der Soundtrack passt zum Titel und motiviert, um im Rennen alles zu erreichen. Die deutschen Synchronsprecher haben uns hingegen nicht wirklich vom Hocker gehauen, was aber auch mit der faden Story zu tun hat.

Pro und Contras

  • Tuningoptionen, die sich auf das Fahrverhalten auswirken
  • Grosse Spielwelt
  • Schöne Grafik und stimmiger Sound
  • 50 heisse Fahrzeuge
  • Nur 5 Fahrzeuge in Garage
  • Story lässt zu wünschen übrig
  • Gummibandeffekt
  • Verfolgungsjagten mit der Polizei
  • Nach 15 Stunden ist Schluss

Wertung

Gameplay - 80%
Grafik - 80%
Sound - 85%
Umfang - 75%

80%

Nach 15 Stunden ist Schluss und ein wirklicher Anreiz um weiterzuspielen, gibt es leider nicht. Man hat nach 15 Stunden zwar fünf Fahrzeuge in der Garage stehen, die vor Leistung nur so strotzen, mehr aber auch nicht. Natürlich kann man die Fahrzeuge danach wieder verkaufen und neue Fahrzeuge bis aufs höchste Level tunen, aber irgendwann hat man auch das gesehen. Der Gummibandeffekt ist deutlich ausgeprägter als bei anderen Renntiteln, was den Gesamteindruck weiter trübt. Wer ausserdem eine packende Story oder heisse Verfolgungsjagten mit der Polizei erwartet, müssen wir an dieser Stelle enttäuschen. So gesehen ist Need for Speed für 15 Stunden eine gute Unterhaltung, mehr aber auch nicht.

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Über Bruno Rivas

Gründer von PS3Blog.ch. Seit Jahren begeisterter und leidenschaftlicher Gamer. Spielt vorwiegend Sport-, Racing- und Shooter-Games. Du findest mich auch auf Google+, Facebook und Twitter

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