Until Dawn im Test – Was taugt der Horror-Schocker?

Acht Jugendliche reisen zu einer abgelegenen Berghütte mitten im Nichts. Ein Jahr ist es her als zwei ihrer Freundinnen auf mysteriöse Art und Weise verschwinden. Die Jugendlichen kehren an diesen Ort zurück, um so ihr Trauma zu verarbeiten – sagen sie zumindest. Eigentlich wollen sie aber in der Berghütte nur eines – Die Sau herauslassen und Party machen! Blöd nur, dass sich der Psychopath, der die zwei Freundinnen auf dem Gewissen hat, immer noch in der Gegend herumlauert.

Das ganze hört sich ein bisschen wie „Scream“ oder „Ich weiss was du letzten Sommer getan hast“? Richtig! Die Macher von Until Dawn haben sich offensichtlich bei diesen Filmen bedient, überraschenderweise haben sie es aber geschafft ein wirklich packender Horror-Schocker auf die Beine zu stellen.

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Vor verschlossener Tür
Ein Jahr nach den Vorkommnissen mit den Zwillingsschwestern Beth und Hannah, lädt der Bruder die Gruppe erneut ein, um im Landhaus ein paar Tage zu verbringen. Unterkühlt und Müde kommt die Gruppe mitten in der Nacht beim Landhaus an, irgendwo in den Bergen von Blackwood Pines. Alle sind froh das Landhaus endlich erreicht zu haben und sich in die warmen Räume zu begeben. Blöd nur, die Eingangstür lässt sich einfach nicht öffnen. Die einzige Lösung: Einer aus der Gruppe muss durch ein Kellerfenster nach Innen klettern und eine Lösung finden. Die ausgewählte Person heisst Chris und ist, wie könnte es anders sein, nur mit einem Feuerzeug ausgestattet. Und ja, im Keller ist natürlich sonst absolut nichts zu sehen – perfekte Grusel-Stimmung also schon von Anfang an. Ohne euch zu viel zu verraten, aber wir sind ganz bestimmt nicht alleine im Keller unterwegs – Nervenkitzel pur!

Acht Personen lernen wir im Verlaufe der gut 9 Stunden kennen – schön der Reihe nach dürfen wir die Kontrolle über die verschiedenen Charakteren übernehmen und lernen sie so näher kennen. Die Reihenfolge können wir übrigens nicht beeinflussen. Ehrlich, einige Charaktere sind mir schon recht schnell auf die Nerven gegangen, was unter anderem an der durchschnittlichen Synchronisation liegt.

Until Dawn kann man gut mit einem interaktiven Slasher-Film vergleichen, zu diesem Genre gehören auch die zwei Filme die ich bei der Einleitung genannt habe. Es gibt im Prinzip keine falsche oder richtige Entscheidung, man muss sich aber bewusst sein, dass sich jede Entscheidung auf den weiteren Verlauf des Spiels auswirkt. Schlussendlich hängt es also vom Spieler ab, wie viele aus der Truppe überleben – wenn überhaupt. Wer sich unschlüssig ist und die PS4 mit dem Internet verbunden hat, kann übrigens auf Wunsch einblenden lassen, für welche Handlung sich die Spieler rund um den Globus entschieden haben. Ob eure Entscheidung auch tatsächlich einen Einfluss auf den Ausgang der Story hat, wird euch jeweils mit dem Symbol für den Schmetterlingseffekt angezeigt.

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Was ich an dieser Stelle schon mal bestätigen kann, es überleben nie dieselben Charakteren. Ich habe das Spiel (bisher) zwei Mal durchgespielt und beide Male haben andere Charakteren überlebt. Die Entwickler von Supermassive Games haben also nicht gelogen. Bisher habe ich es allerdings nicht geschafft, alle acht der Truppe zu retten. Mal schauen, ob ich mir das Gemetzel noch ein drittes Mal antue.

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Und wie spielt man einen interaktiven Slasher-Film?
Von der Spielweise orientiert sich Until Dawn an den Titeln von Quantic Dreams, wie beispielsweise Heavy Rain oder Beyond: Two Souls. Heisst, wir können mit den Spielfiguren umherlaufen, unterschiedliche Sachen untersuchen und Gegenstände aufnehmen kann. In der Regel hat man dazu auch sehr viel Zeit, einige Abschnitte im Spiel sind aber zeitlich stark limitiert – eine schnelle Entscheidung muss her. Falls keine Entscheidung durch euch getroffen wird, wählt das Spiel automatisch eine selber aus – nicht wirklich zum Vorteil für euch. Und wie bereits erwähnt, jede Handlung hat kleinere oder grössere Konsequenzen auf den Ausgang der Story.

Richtig fies: Wenn ihr sonst schon mehr als angespannt vor dem TV sitzt, verlangt das Spiel von euch, den Controller ganz ruhig zu halten. Falls ihr das nicht schafft, wird euch der Killer entdecken – und das ist alles andere als gut. Auch sonst haben es die Entwickler geschafft, die Features des DualShock 4-Controllers gut im Spiel einzubinden. 

Es ist echt empfehlenswert wenn ihr euch bei den verschiedenen Schauplätzen gut umseht, alle Gegenstände die ihr einsammelt, könnten euch zu einem späteren Zeitpunkt nützlich sein. Sofern es etwas zu entdecken gibt, wird das durch einen kleinen Lichtpunkt signalisiert. Man muss also nicht unendlich suchen, um die Gegenstände zu finden. Ähnlich wird uns angezeigt, wenn eine Türe geöffnet werden kann.

Die Übergange zwischen Erzählung und Spiel  wurden ohne Ladezeiten gelöst. Das kommt dem Spiel sehr entgegen und lässt die Spannung zu keiner Zeit sinken.

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Der schönste Horror-Schocker
Kann man im Zusammenhang mit einem Horror-Schocker wirklich von „schön“ reden? Ja, man kann! Das Setting wurde perfekt ausgewählt und passt wie die Faust aufs Auge. Die Charaktere wurden alle sehr realistisch umgesetzt, dass man hier schon wiederum von etwas unheimlich sprechen könnte. Und dann kommen wir zum Schnee, ja den gibt es zu genüge in Until Dawn. Doch glaubt mir, so einen schönen Schnee wie in Until Dawn habt ihr noch nie zu Gesicht bekommen. Der Schnee sieht extrem realistisch aus, dazu kommen die sehr guten Lichteffekte – das passt! Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber, durch den extrem detaillierten Schnee kommt es hier und da zu Framerateinbrüchen – schade.

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Englisch top, Deutsch na ja
Wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte Until Dawn unbedingt auf Englisch durchspielen. Die englischen Synchronsprecher überzeugten mich deutlich mehr als die Deutschen. Das hängt unter anderem auch von der Tonqualität der deutschen Synchronsprecher, die alles andere als klar ist.

Der Soundtrack ist etwas Gewöhnungsbedürftig, aber das ist in Until Dawn irgendwie alles ein bisschen. Sonst passt die Soundkulisse perfekt zum Horror-Schocker.

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Fazit
Obwohl ich mehrmals richtig schlimm vor dem TV zusammengezuckt bin und mein Puls wohl recht hoch war, möchte ich unbedingt wieder in das wunderschöne Blackwood Pines zurückkehren! Nun gut, für wen eignet sich aber Until Dawn? Ich würde schon sagen, dass Until Dawn vor allem Fans von Slasher-Filmen überzeugen wird. Und wenn auch die Story auf den ersten Blick eher einfach gestrickt scheint, gibt es hier und da doch interessante und auffrischende Überraschungen. Technisch haben die Entwickler von Supermassive Games alles richtig gemacht.

Auf eine Stufe wie Heavy Rain würde ich Until Dawn dann doch nicht stellen. Weshalb? Until Dawn ist ein guter und unterhaltsamer Horror-Schocker, ihm fehlt es aber an der Tiefe, wie es beispielsweise bei Heavy Rain der Fall ist.

 

Wertung

Gameplay - 89%
Story - 90%
Grafik - 91%
Sound - 90%
Umfang - 85%

89%

Lust auf Nervenkitzel pur? Dann werft unbedingt einen Blick auf Until Dawn!

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Über Bruno Rivas

Gründer von PS3Blog.ch. Seit Jahren begeisterter und leidenschaftlicher Gamer. Spielt vorwiegend Sport-, Racing- und Shooter-Games. Du findest mich auch auf Google+, Facebook und Twitter

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