The Crew für PS4 im Test

Der MMO-Racer The Crew wird von Ubisoft gleich zwei Mal verschoben, ursprünglich hätte das Spiel bereits Anfang 2014 auf den Markt kommen sollen, wurde dann auf November und letztendlich auf Dezember verschoben. Hat sich die Wartezeit auf den vielversprechenden Titel gelohnt? Nun, diese Antwort können wir euch schon im Vorwort liefern: Ja, es hat sich definitiv gelohnt!

Ubisoft setzt in The Crew auf eine auf dem Papier durchaus interessante Story, kombiniert mit heissen Boliden und einer sehr grossen, offenen Spielwelt quer durch die USA. Das hört sich schon sehr interessant an und wollten wir uns auf der Redaktion definitiv nicht entgehen lassen.

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Der Online-Zwang – nicht immer gut
The Crew setzt eine Internet-Verbindung voraus, sonst kann der Titel nicht gespielt werden. Einerseits macht es natürlich grossen Spass, mit anderen, zufällig ausgewählten Spieler die Welt von The Crew zu entdecken, andererseits müssten dazu auch die Server immer verfügbar sein. Und genau letzteres war in den letzten Tagen nicht immer der Fall. Vor allem am Launch-Tag kämpfte Ubisoft bzw. das Entwickler-Studio Ivory Tower mit grossen Serverproblemen – die ja im Prinzip schon vorprogrammiert waren. Das führte dazu, dass zahlreiche Spieler das Spiel gar nicht nutzen konnten.

Ärgerlich auch, wenn man den Hinweis über die Wartungsarbeiten übersieht. Kürzlich fuhr ich gemütlich quer durch die USA, als ich plötzlich von einer Fehlermeldung überrascht wurde. Das Problem: Genau um diese Zeit, wurden die Server neugestartet. Auch kam es hin und wieder vor, dass ich beim Laden meines Speicherstands hängen blieb, da die Server offensichtlich überlastet waren. Nicht wirklich ein schöner Umstand..

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Born in the USA!
Ubisoft nimmt uns in The Crew mit auf eine Reise quer durch die USA. Natürlich ist nicht wirklich die komplette USA im Spiel vertreten, doch haben die Entwickler zahlreiche Städte wie Chicago, Detroit, St. Lous, Miami, Las Vegas, San Francisco und viele weitere Städte ziemlich gut dem Original nachgebildet – wenn auch etwas kompakter. In einem Interview liess der Creative Director verlauten, dass sich die Spielwelt auf knapp 5000 Quadratkilometer erstreckt – nicht schlecht. Damit ihr euch ein etwas besseres Bild von der Grösse machen könnt, hier ein kleines Beispiel: Fährt man von einem Ende der Küste zum anderen, dauert die Fahrt ungefähr eineinhalb bis zwei Stunden.

Allgemein kann man sagen, dass Ubisoft die Vielfalt der USA sehr gut auf den Bildschirm bringen. The Crew führt uns in die Wüste, in die Berge, in Wälder, in Sümpfe, Dörfer und natürlich Städte. Die rund 5000 Quadratkilometer sind in fünf Regionen unterteilt: Ostküste, Mittlerer Westen, Südstaaten, Gebirgsstatten und Westküste. Für Abwechslung ist also definitiv gesorgt! Und das Beste: Bereits zu Beginn kann die offene Spielwelt frei erkundigt werden. Dank der guten Übersichtskarte, findet man in der Regel auch ohne Probleme das gewünschte Ziel. In der Übersichtskarte habt ihr zudem die Möglichkeit, euch an einen anderen Punkt zu „teleportieren“. Dafür ist allerdings notwendig, dass ihr bereits dort durchgefahren seid.

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Die Story – nicht besonders packend
Das Spiel startet in der Motorcity Detroit, wo ihr die Rolle des Street Racers Alex übernehmt. Alex wird Zeuge, wie sein Bruder Dayton vom Big Boss des landesweiten 5-10-Motorclubs ermordet wird. Da ein korrupter Polizist gegen Alex aussagt, muss dieser für den Mord an seinen Bruder fünf Jahre unschuldig in den Knast. Nach fünf Jahren taucht plötzlich die hübsche, aber knallharte FBI-Agentin Zoe auf, die ihm eine einmalige Chance anbietet, um seine Unschuld zu beweisen. Alex soll dem FBI dabei helfen, die Verantwortlichen für den Tod seines Bruders aus dem Verkehr zu ziehen.

Unsere Aufgabe ist es nun den 5-10-Motorclub langsam zu infiltrieren und uns unter den Street Racern einen Namen zu machen. Nur so kommen wir an die Hintermänner, die für den Tod von Dayton verantwortlich sind. Zu Beginn unterstützt uns Zoe tatkräftig und sponsert uns neben einem Fahrzeug (zur Auswahl stehen drei Muscle Cars und eine Reisschüssel) auch gleich ein erstes Streetkit. Ich habe mich für den Challenger entschieden – wenn schon, denn schon, oder? In den ersten paar Einzelspieler-Missionen fahren wir gegen ein paar KI-Gegner, die wir locker in die Tasche stecken.

Danach geht es erstmals in das Hauptquartier. Im Hauptquartier können wir unser Auto reparieren, tunen, Autos bei Autohändlern oder Autotunern kaufen bzw. uns zu ihnen teleportieren lassen. Die Autos können wir dann entweder mit Geld aus den Missionen bezahlen, oder gegen sogenannte Crew-Credits, die im Store gegen echtes Geld erworben werden können. Das Autotuning bezieht sich nicht nur auf optische Anpassungen, wie zahlreiche Aufkleber, Felgen, Spoiler, usw., sondern auch auf leistungstechnische Anpassungen, die das Fahrzeug spürbar verbessern.

Bei unterschiedlichen Tuner müssen wir uns für eines von fünf Starter-Paketen entscheiden. Die Starter-Pakete sind für unterschiedliches Terrain gedacht, wie Strasse, Rennstrecke, Gelände, Performance und Rallye. Die Starter-Pakete verändern die Leistung und auch die Optik der Fahrzeuge. Durch gewonnene Rennen erhalten wir neue Ausrüstungen, mit der die Stufe unseres Fahrzeuges etwas ansteigt. Die Fahrzeugstufe ist durchaus relevant, da für die Rennen eine bestimmte Stufe notwendig ist. Neben der Fahrzeugstufe können wir im Spiel auch Erfahrungspunkte sammeln.

Die Story wird mit Videosequenzen aufgefrischt, die sehen gut aus, kommen aber nicht ohne Kantenflimmern aus – leider. Von der Story haben wir uns etwas mehr erwartet, wirklich spannend ist sie nicht. Die Einzelspieler-Kampagne dauert übrigens zwischen 20 bis 30 Stunden.

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Challenges und Missionen
In The Crew gibt es mit den Kampagnen-Missionen und den Challenges (Herausforderungen) im Prinzip  zwei Hauptaktivitäten, die wiederum in verschiedene Kategorien unterteilt sind. Bei den Challenges müssen wir beispielsweise einen Slalom-Parcours in möglichst kurzer Zeit schaffen oder in Tempoherausforderungen eine vorgegebene Geschwindigkeit erreichen. Je nachdem wie schnell und gut wir die Challenge absolvieren, erhalten wir eine Bronze, Silber oder Goldmedaille und darüber hinaus wichtige Teile für unser Auto. Die Teile sind tatsächlich sehr wichtig, denn nur so, wird unser Auto nach und nach besser fahrbar. Die gewonnenen Teile können wir entweder direkt anbringen oder in das Hauptquartier senden lassen. Bei den Challenges habt ihr die Möglichkeit sie Einzel oder mit anderen Spielern (Kooperativ) zu meistern.

Dann haben wir noch die Missionen aus der Kampagne: Wir fahren nicht nur gegen andere KI-Gegner rennen, sondern müssen andere Gegner verfolgen, einen Punkt auf der Karte in einer bestimmten Zeit erreichen, andere Gegner von der Strasse rammen oder einfach verfolgen. Ja, die Missionen und auch die Challenges bieten ziemlich viel Abwechslung. Nach erfolgreicher Missionen und Challenges erhalten wir Erfahrungspunkte und der Level des Autos steigt.

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The Crew – ist Programm
In The Crew kann man, wie es der Name eigentlich schon verrät, auch eine eigene Crew bilden. Die Crew besteht aus vier Spielern pro Crew. Mit der Crew kann man unter anderem die Koop-Rennen spielen oder sich gegen andere Crews messen.

Ich persönlich muss eingestehen, dass ich diesen Modus nur selten genutzt habe und mich eher auf die Einzel-Missionen konzentriert habe.

Erst mit der Zeit anständige Steuerung
Wir haben es bereits oben erwähnt, dass die Steuerung zumindest am Anfang nicht besonders gut ist. Erst mit den gewonnenen Teile, verbessert sich das Fahrverhalten unseres Autos merklich. Dennoch, The Crew ist alles andere als eine Rennsimulation, sondern ganz klar im Arcade-Bereich angesiedelt. Wer etwas mehr „Simulation“ wünscht, kann auf Wunsch alle Fahrhilfen deaktivieren.

Aber auch so, müssen wir festhalten, dass The Crew für Rennsimulations-Liebhaber definitiv nichts ist.

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Grafik und Sound
Die Fahrzeuge in The Crew sehen wirklich gut aus und haben sogar alle ein modelliertes Cockpit. Im Vergleich zu DriveClub muss sich The Crew in Sachen Fahrzeuge nicht verstecken. Die Umgebung sieht auf den ersten Blick auch sehr schön aus, wären da nicht noch die schlecht umgesetzten Büsche und Sonnenblumen. Dafür sehen die Sonnenauf- und Sonnenuntergänge sehr schön aus. An Details haben die Entwickler ebenfalls gedacht und so begegnen wir auch immer wieder Tieren. Bei Nacht sind teilweise die entgegenkommenden Fahrzeuge erst relativ spät zu sehen, da das Licht einfach erst zu spät auf dem Bildschirm angezeigt wird – ärgerlich.

Der Soundtrack geht in Ordnung und auch die Motorengeräusche sind durchaus brauchbar. Der Motorensound hätte aber durchaus etwas kräftiger sein dürfen, schliesslich fahren wir nicht mit irgendwelchen Fahrzeugen herum, sondern mit echten Muscle Cars!

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Fazit
Seit der Ankündigung von The Crew habe ich mir praktisch jeden Trailer angesehen. Nicht die Koop-Rennen haben mich dabei interessiert, sondern die Spielwelt. Und genau die Spielwelt ist es jetzt auch, die mich weiterhin an The Crew fesselt. Es macht einfach Spass, quer durch die USA zu fahren und immer wieder neue Städte und Landschaften zu entdecken. Wer schon in den USA war, wird auch zwangsläufig vergleichen, was alles Originalgetreu nachgebildet ist.

Ja, The Crew ist nicht perfekt, für Fans von Rennspielen und USA-Liebhaber hat das Spiel aber definitiv seinen Anreiz.

Wertung

Gameplay - 75%
Grafik - 80%
Sound - 80%
Umfang - 82%
User Rating: Be the first one !

Über Bruno Rivas

Gründer von PS3Blog.ch. Seit Jahren begeisterter und leidenschaftlicher Gamer. Spielt vorwiegend Sport-, Racing- und Shooter-Games. Du findest mich auch auf Google+, Facebook und Twitter

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Ein Kommentar

  1. Das Spiel würde mir, glaube ich, sogar ziemlich gefallen, aber…
    ich finde MMO-Rennspiele keine gute Idee.
    30fps – OK. 70ms – Niiiicht OK!
    Trotzdem, sehr schöne, ausführliche Review. 😉

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