Need for Speed: The Run im Test

„Need for Speed: Hot Pursuit“ und auch „Shift 2“ konnten uns überzeugen, gelingt das auch dem neuesten Ableger „Need for Speed: The Run„? Leider nicht ganz, zu viele Fehler hat sich das Entwicklerstudio EA Black Box geleistet. Um welche Fehler es sich hierbei handelt, erfährt ihr in unserem Testbericht.

Und ab geht’s quer durch die USA
Die Story hört sich eigentlich vielversprechend an. Der Protagonist Jack Rourke hat eine gänzlich schlechte Vergangenheit, was beim Start des Spiels auch schnell klar wird. Jack braucht unbedingt Geld und das könnte ihm das wohl härteste und illegale Strassenrennen „The Run“ bescheren. Das Eintrittsgeld von 250’000 USD übernimmt die langjährige Freundin Sam Harper. In „The Run“ fahren wir von San Francisco quer durch die USA bis nach New York. Wir kommen an Orten wie Las Vegas oder Chicago vorbei, wobei keine der Städte wirklich dem Original gleichen.

Viele Zwischensequenzen werden mit nicht wirklich interessanten Quicktime-Events gespickt, das heisst ihr müsst die richtigen Tasten im richtigen Moment drücken. Auch der Anfang fängt genau mit einem Quicktime-Event an, Jack ist an ein Lenkrad gefesselt und wird in eine Autopresse geschmissen. Wir haben nur Sekunden um uns zu befreien, was schliesslich auch auf Anhieb klappt. Danach heisst es erstmals mit einem geklauten Auto von den Mafiosis zu flüchten – was auch gelingt. Etwas später treffen wir erstmals Sam Harper in einem heruntergekommenen Restaurant an und macht Jack ein Angebot das er nicht ausschlagen kann. Wie bereits oben erwähnt, übernimmt sie das Eintrittsgeld für das illegale Strassenrennen „The Run“. Der Gewinner erhält 25 Millionen USD, davon erhält Jack 10%. Allerdings muss sich Jack gegen 250 Konkurrenten durchschlagen. Danach startet auch schon das erste Rennen, zur Auswahl stehen einige nette Fahrzeuge. Die Fahrzeuge können danach auch während dem Rennen gewechselt werden, hierfür muss einfach nur bei einer Tankstelle angehalten werden. Das Spiel wird danach natürlich pausiert.

Wer „The Run“ erfolgreich beendet hat, wird mit vielen offenen Fragen konfrontiert. Die Story verrät leider nicht wirklich viel über die Protagnoisten und ist auch nicht wirklich spannend. Schlussendlich verhält sich immer alles gleich, man muss am Schluss der Etappe den ersten Platz erreichen, sonst ist man ganz einfach gescheitert. So gesehen ist die Story zwar ein nettes Feature, aber auch nicht mehr. Schade!

Wir hatten die Story übrigens nach knapp sieben Stunden auf der Stufe „normal“ komplett absolviert. Wie es einige Spieler geschaft haben, die Story in nur zwei Stunden durchzuspielen, ist uns ehrlich gesagt ein Rätsel.

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Gameplay nur mittelmass
Wo fange ich nur an, das hab ich mich an dieser Stelle viel gefragt. Das Gameplay kann, sagen wir mal, einfach nicht überzeugen. Wer „Need for Speed: Hot Pursuit“ gespielt hat, wird die packenden Verfolgungsjagten mit der Polizei vermissen. Gleich geblieben ist die Steuerung der Autos, was prinzipiell auch gut so ist. Doch was uns die KI-Gegner zeigen, ist wirklich mehr als dürftig. Eigentlich kommt es nie wirklich zu einem packenden Rennen, zu „nett“ fahren unsere Gegner auf der Strecke herum. Gedränge und dadurch von der Strecke abkommende Autos gibt es nur äusserst selten.

Abkürzungen gibt es zwar auch in „Need for Speed: The Run“, wer jedoch an einer Stelle abkürzen will, wo es nicht eingeplant ist, muss den Streckenabschnitt erneut fahren. Teilweise reicht es sogar aus, wenn man nur 2-3 Meter neben der Strecke fährt, dass der Streckenabschnitt erneut gefahren werden muss. Im Rennen haben wir übrigens vier solche „Replay“-Möglichkeiten zur Verfügung. Wenn diese aufgebraucht sind, muss die komplette Etappe von vorne begonnen werden.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die für unseren Geschmack relativ langen Ladezeiten.

Abwechslungsreiche Strecken und überzeugende Grafik!
Die Strecken in „Need for Speed: The Run“ sind äusserst abwechslungsreich gehalten. Schneebedeckte Strecken, unendlich weite Wüsten, Städte wie Las Vegas oder San Francisco oder Nationalparks, „Need for Speed: The Run“ bietet viele und vor allem abwechslungsreiche Strecken die darüberhinaus auch grafisch überzeugen können. Die überzeugende Grafik verdankt „Need for Speed: The Run“ vor allem der Frostbite 2.0 Engine von DICE. Sie zeigt nicht nur im Shooter „Battlefield 3“ was in ihr steckt, sondern auch in einem Rennspiel wie es „Need for Speed: The Run“ ist. Die Fahrzeuge sehen dem Original täuschend ähnlich, die Strecken und die Lichteffekte wurden schön umgesetzt. Das Schadensmodell ist für einen Arcade-Racer auch gut ausgefallen, obwohl wir uns auch herumfliegende Autoteile gewünscht hätten. Durch Tactical-Light blendet uns die Sonne wortwörlich, so dass man ab und zu einen Unfall verursacht, weil man den Streckenverlauf nicht mehr sehen kann. Das Geschwindigkeitsgefühl wurde von EA Black Box sehr gut umgesetzt, wenn man mit 300 km/h fährt, fühlt sich das auch wirklich schnell an.

Doch können wir nicht nur positives über die Grafikengine berichten. Vor allem die Schatteneffekte konnten uns nicht überzeugen, sehen sie meistens doch sehr kantig aus. Ausserdem haben wir neben der Strecke hier und da Grafikfehler entdeckt und nicht alle Strecken wirken genau gleich schön umgesetzt.

Der Sound der Autos konnte uns überzeugen und auch der Soundtrack passt perfekt zum Spiel. Die Soundtracks wurden von Brian Tyler komponiert, der auch für die Soundtracks von Fast&Furious Five verantwortlich war.

Autlog wieder mit an Bord (Multiplayer)
Das Autlog-Feature haben die Jungs von EA Black Box gut ins Spiel integriert. Wieder ist es möglich die Zeiten mit Freunden zu vergleichen und ihr erhaltet Herausforderungen und Vorschläge für Online-Rennen. Während des Spiels könnt ihr Erfahrungspunkte sammeln, womit ihr neue Funktionen am Auto freischalten könnt.

Ein Splitscreen-Modus ist leider keiner verfügbar, was bei einem Rennspiel doch sehr schade ist.

Fazit
Leider ist EA Black Box mit „Need for Speed: The Run“ kein echter Racing-Kracher gelungen. Zu sehr fehlen die actionreichen Verfolgungsjagten gegen oder mit der Polizei. Wie auch die Story hätte viel mehr Potenzial, alles ist einfach zu linear gehalten. Wer Fan der Serie ist, wird von „Need for Speed: The Run“ enttäuscht sein. Neueinsteiger werden am Anfang recht unterhalten, jedoch fällt der Unterhaltungswert schnell.

Entwickler: EA Black Box
Publisher: Electronic Arts
Release: erschienen
Ab 16 Jahren geeignet

Bewertungsskala (1 Stern = schlecht / 5 Sterne = Meisterwerk!)sterne-3

Wir vergeben knappe 3 von 5 möglichen Sternen!

Über Bruno Rivas

Gründer von PS3Blog.ch. Seit Jahren begeisterter und leidenschaftlicher Gamer. Spielt vorwiegend Sport-, Racing- und Shooter-Games. Du findest mich auch auf Google+, Facebook und Twitter

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