Donnerstag , 19. Oktober 2017
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Gran Turismo 6 im Test

Der Zeitpunkt für die Veröffentlichung von Gran Turismo 6 ist nicht wirklich optimal gewählt. Nur eine Woche nach dem Launch der PlayStation 4, kam die Rennsimulation auf den Markt. Das wiederspiegelt sich nun auch bei den Verkaufszahlen. In Großbritannien hat sich Gran Turismo 6 beispielsweise deutlich schlechter verkauft als der Vorgänger.

Trotz der schwierigen Situation, will der Serienschöpfer Kazunori Yamauchi das beste aus der PlayStation 3 herausholen und zum 15-jährigen Jubiläum das beste Gran Turismo abliefern. Ob das Yamauchi gelingt, sagen wir euch in unserem ausführlichen Testbericht.

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Das Hauptmenü erstrahlt in neuem Glanz
Nach dem sehenswerten Intro und einer ersten Testfahrt mit einem Renault Clio, wo uns gleich ein paar hilfreiche Tipps mit auf den Weg gegeben werden, landen wir im überarbeiteten Hauptmenü.

Wer sich ein paar Testberichte des Vorgängers zu Gemüte führt, wird immer wieder auf das schlecht bewertete Menü aufmerksam gemacht – unübersichtlich und kompliziert ist meistens das Fazit der Tester. Auch in unserem Test von damals haben wir das Menü als Schwachstelle ausgemacht. Diese Schwachstelle haben die Jungs und Mädels von Polyphony Digital im sechsten Teil der beliebten Rennsimulation glücklicherweise behoben! Das Hauptmenü ist nicht mehr wieder zu erkennen, alle wichtigen Menüpunkte sind übersichtlich angeordnet. Die Darstellung erinnert uns ein bisschen an die Optik von Windows 8 – vielleicht haben sich die Entwickler ja vom Betriebssystem aus Redmond inspirieren lassen – wer weiß.

Ausserdem wird uns gleich auch das Autohaus vorgestellt. Wer jetzt erwartet, dass man sich bereits von Anfang an einen heißen Flitzer leisten kann, müssen wir an dieser Stelle enttäuschen. Als erstes Auto können wir uns nur die japanische Reisschüssel Honda Fit leisten.

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Starte die Karriere als Rennfahrer
Eins vorweg: Der GT-Modus hat Polyphony Digital kurzerhand in Karrieremodus umbenannt- das passt. In sechs Rennserien kann man sich gegen KI-Gegner behaupten. Allerdings muss man die verschiedenen Rennserien erst mit guten Resultaten auf der Rennstrecke freischalten. Die Rennserien bestehen aus mehreren Rennen, die man zuerst für sich entscheiden muss.

Bevor wir aber in eine neue Rennserie kommen, muss jeweils eine Lizenzprüfung abgelegt werden. Die Prüfung besteht aus fünf unterschiedlichen Aufgaben, die in der Regel ohne Probleme zu bewältigen sind. Bei einer Aufgabe mussten wir beispielsweise unser Auto in einer vorgegebenen Zone zum Stillstand bringen. Durch gewonnene Rennen erhalten wir wichtige Credits, die dann in neue und bessere Fahrzeuge investiert werden können. Wer bereits ein Gran Turismo-Titel gespielt hat, wird sich sofort zurechtfinden.

Neu hingegen ist das Sternesystem. Je nach Platzierung erhalten wir bis zu drei Sterne (1. Platz = 3 Sterne, 2. Platz = 2 Sterne, 3. Platz = 1 Stern), die dann bei einer entsprechenden Punktzahl neue Bonus-Events freischaltet. Die Events sind recht unterhaltsam und abwechslungsreich. So müssen wir beispielsweise auf dem Nürburgring mit nur einem Liter im Tank soweit wie möglich kommen. Diese Events tragen dazu bei, dass für langanhaltender Spielspass gesorgt ist.

Gran Turismo 6 ist wieder eine waschechte Rennsimulation geworden. Durch die zuschaltbaren Fahrhilfen, eignet sich das Spiel allerdings auch für Anfänger. Dennoch kann man die Fahrzeuge bis ins letzte Detail anpassen – ja sogar die Reifen sollen sich auf das Fahrverhalten auswirken – davon haben wir allerdings nicht viel mitbekommen.

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Die KI-Gegner überzeugen!
Polyphony Digital hat es bereits angekündigt, das KI-System wurde im sechsten Ableger komplett überarbeitet. Unsere virtuellen Gegner sollen nun mit mehr Köpfchen agieren und nicht nur der Ideallinie folgen – egal was auf der Strecke auch passiert.

Und ja, Polyphony Digital scheint die Hausaufgaben ansatzweise gemacht zu haben! Die KI-Gegner fahren jetzt tatsächlich nicht mehr nur auf der Ideallinie, sondern versuchen uns unterschiedlich zu überholen – wenn auch teils etwas zu aggressiv! Dennoch ist das Fahrverhalten der KI-Gegner immer noch weit von sehr gut entfernt! Die Gegner fahren mindestens bis zur ersten Kurve echt schnell, dann werden sie aber komischerweise deutlich langsamer, damit wir sie doch noch überhohlen können – schade. Der Ansatz macht immerhin Hoffnung!

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1200 Fahrzeuge, davon 120 neue Fahrzeuge
Schon Gran Turismo 5 konnte mit einem sehr großzügigen Fuhrpark überzeugen. Mit Gran Turismo 6 wächst der Fuhrpark auf insgesamt 1200 Fahrzeuge an, davon sind rund 120 Fahrzeuge komplett neu dazu gekommen. Einige davon wurden extra für die Rennsimulation entwickelt und können nirgends gekauft werden.

Kaufen können wir die Fahrzeuge mit den hart verdienten Credits, allerdings können die Credits neu aber auch mit echtem Geld erkauft werden – Sprichwort Mikrotransaktionen (das Unwort des Jahres – oder?).

Im Gegensatz zum Vorgänger, ist die Cockpitansicht in Gran Turismo 6 neu bei allen Fahrzeugen vorhanden, diese Ansicht ist aber nicht bei allen Fahrzeugen gleich detailliert gehalten. Bei einigen Fahrzeugen, bekommen wir einfach nur ein schwarzes Armaturenbrett zu sehen, das mit dem Original nichts gemeinsam hat. Bei diesen Fahrzeugen hätte man die Cockpitansicht auch komplett weglassen können.

Gran Turismo 6 mit Schadensmodell? Leider nein! Auch im sechsten Ableger hat es Polyphony Digital nicht auf die Reihe gebracht, ein Schadensmodell zu integrieren. Man kann also ohne weiteres mit über 200 Sachen in eine Leitplanke fahren, ohne mit irgendwelchen Einschränkungen rechnen zu müssen.

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Bei Tag und Nacht – Regen und Sonnenschein!
Insgesamt stehen in Gran Turismo 6 rund 37 Strecken zur Auswahl, darunter einige echte Rennstrecken, Stadtstrecken und fiktiven Strecken – eine typische Mischung der Gran Turismo-Ableger. Unter anderem können wir auf dem Nürnburgring durch die Nordschleife heizen oder durch eine der zahlreichen Stadtstrecken (Rom, London, Madrid, usw..) flitzen. Für Abwechslung ist auf jeden Fall gesorgt!

All diese Strecken können bei unterschiedlichen Wetterbedingungen gefahren werden und das bei Tag und Nacht. Bei einigen Rennen sind wir auf trockener Strecke losgefahren, haben das Rennen dann aber bei strömenden Regen beendet. So muss Rennfahren sein!

Was wiederum für Abstriche sorgt, sind die teils schlecht animierten Zuschauer neben der Rennstrecke. Das muss beim nächsten Ableger einfach besser gehen! Genau dieser Punkt haben wir auch schon beim Vorgänger bemängelt!

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Soundtechnisch hinter der Konkurrez
So gut die Rennstrecken und die zahlreichen Autos auch aussehen, der Sound von Gran Turismo kann mit der Konkurrenz (Forza Motorsport) einfach nicht mithalten. Dem Sound fehlt ganz einfach der nötige Biss! Schade, hier vergibt Polyphony Digital sehr wichtige Punkte, obwohl das Problem bei den Entwicklern eigentlich so langsam bekannt sein sollte…

Über Bruno Rivas

Gründer von PS3Blog.ch. Seit Jahren begeisterter und leidenschaftlicher Gamer. Spielt vorwiegend Sport-, Racing- und Shooter-Games. Du findest mich auch auf Google+, Facebook und Twitter

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